LORO-X Retentionsdachentwässerung

17 Schritte zu starker Retention mit starker Notentwässerung

In diesen 17 Schritten wird beschrieben, wie die Berechnung der Hauptentwässerung mit Retention und der Notentwässerung mit höhenvariablem Wehr erfolgt.

Dachfläche und Regenspende

Schritt 1: (Teil-)Dachfläche für die Retentionsdachentwässerung ermitteln.

A = 150 m2

Schritt 2: Regenspende für die Hauptentwässerung und Notentwässerung ermitteln.

QrHaupt = 3 l/s
QrNot = 3 l/s

Schritt 3: Geforderten Retentionsabfluss für die Hauptentwässerung (QRet) festlegen (z.B. Vorgabe der Stadt).

QRet = 1 l/s

Schritt 4: Angenommene Niederschlagsdauer bestimmen (z.B. Vorgabe der Planung).

T = 1500 Sek. (25 Min)

Wasserhöhe

Schritt 5: Retentionswasserhöhe (hRet) berechnen.

Zuerst wird berechnet, welches Retentions-Wasservolumen (VRet) während der Niederschlagsdauer (T) auf die Fläche (A) als Regenspende Hauptentwässerung (QrHaupt) regnet und welches Wasservolumen während der Niederschlagsdauer (T) durch den Retentionsabfluss (QRet) vom Dach abfließt.

VRet = (QrHaupt - QRet) * T = 7,5 m3

Dieses Retentions-Wasservolumen (VRet) wird dann auf die Fläche (A) umgerechnet, sodass sich die geplante Retentionswasserhöhe (hRet) ergibt.

hRet = VRet / A = 0,05 m (= 50 mm)

Schritt 6: Maximal zulässige Wasserhöhe (hMax) definieren.

Die maximal zulässige Wasserhöhe (hMax) wird ab Oberkante Losflansch gemessen und durch die Statik des Daches (z.B. maximale Dachlast) oder durch den Dachaufbau (z.B. Spacerhöhe) vorgegeben. Sie stellt die Wasserhöhe dar, die auch beim Betrieb der Notentwässerung nicht überschritten werden darf.

hMax = 85mm

Schritt 7: Höhe des Retentionsrohres (hRetentionsrohr) bestimmen.

Die Höhe des Retentionsrohres (hRetentionsrohr) hängt insbesondere von der maximal zulässigen Wasserhöhe (hMax) ab. Sie sollte mindestens gleich oder höher als hMax bestimmt werden, um

A) die Belüftung der Freispiegelströmung zu sichern und

B) ein Überlaufen in das Retentionsrohr zu verhindern, da das Wasser ansonsten ungedrosselt von oben in das Retentionsrohr fließen würde und die Retentionsfunktion somit nicht mehr gegeben wäre.

Kann die Höhe des Retentionsrohres aus konstruktiven gründen nicht bis über hMax bestimmt werden, kann das Retentionsrohr oben dicht verschlossen werden. In diesem Fall ist durch den Hersteller zu prüfen, ob ein „anspringen“ auch ohne Belüftung auszuschließen ist.

hRetentionsrohr = hMax = 85mm

Retentionsrohr

Schritt 8: Ermittlung des Durchmessers des Retentionsrohres (D).

Aus dem Durchmesser des Retentionsrohres (D) wird der Umfang des Retentionsrohres berechnet, mit dem geprüft wird, ob die berechnete Länge der Schlitze auf den Umfang passt. Der Durchmesser des Retentionsrohres (D) ergibt sich aus der Wahl des Retentionsablaufes und lässt sich aus der Zeichnung des Retentionsablaufes ablesen (vgl. Schritt 13).

D = 125mm

Schritt 9: Vorgabe der Höhe der Retentionsabflussöffnungen (HS).

Die Höhe der Retentionsabflussöffnungen (HS) wird als Standard mit 20 mm vorgegeben und nur verändert, wenn der Umfang des Retentionsrohres zu klein für die berechnete Länge der Retentionsabflussöffnungen ist.

HS = 20mm

Schritt 10: Höhenlage der Unterkante der Retentionsabflussöffnungen ab Entwässerungsebene (HSchlitzUnterkante) bestimmen.

Wird die Höhenlage der Unterkante der Retentionsabflussöffnungen ab Entwässerungsebene (HSchlitzUnterkante) über 0mm gewählt, so ergibt sich ein Daueranstau auf dem Dach mit dieser Wasserhöhe, da unterhalb der Retentionsabflussöffnungen kein Wasser abfließen kann.

HSchlitzUnterkante = 0 mm

Schritt 11: Berechnung der hydraulisch wirksamen Wasserhöhe.

Die hydraulisch wirksame Wasserhöhe über der Schlitz-Unterkante (hHydr) berechnet sich aus der Retentionswasserhöhe (hRet) und der Höhenlage der Unterkante der Retentionsabflussöffnungen ab Entwässerungsebene (hSchlitzUnterkante).

hHydr = hRet - hSchlitzUnterkante = 50 mm.

Retentionsabflussöffnungen

Schritt 12: Berechnung der Größe der Retentionsabflussöffnungen.

Mit der von LORO entwickelten und durch Messung bestätigten Formel wird die Größe der Retentionsabflussöffnungen berechnet.

Eine starke Retention mit besonders wenig Abfluss in die Grundleitung führt zu kleinen Retentionsöffnungen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass eine zu geringe Größe der Retentionsöffnung Verschmutzung begünstigen kann. Es ist daher im Einzelfall zu prüfen, ob die berechnete Größe der Retentionsöffnung anwendbar ist.

Breite (B) aller Retentionsabflussöffnungen insgesamt: 83.46 mm.

Breite pro Retentionsabflussöffnung (LS): 83.46 / 3 = 27.82 mm.

Diese berechneten Werte dienen als Vorgabe für die Produktion der LORO-X VARIOFIT Retentionseinheiten.

Schritt 13. Die Auswahl der passenden LORO-X VARIOFIT Retentionseinheiten.

Die Auswahl der Retentionseinheiten erfolgt über die Bauform der gewünschten Serie:

A) Für Attika RAINSTAR Serie 79, 88, 89 in DN50, DN70 und DN100 VARIOFIT-Retentionseinheit 14530.000X (D) = 125mm

B) Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN70 VARIOFIT-Retentionseinheit 14510.070X (D) = 125mm

C) Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN100 VARIOFIT-Retentionseinheit 14510.100X (D) = 150mm

D) Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN125 VARIOFIT-Retentionseinheit 14510.125X (D) = 150mm

Notentwässerung

Schritt 14: Die Wehrhöhe (hWehr) der Notentwässerung.

Die Wehrhöhe (hWehr) der Notentwässerung wird üblicherweise mit der Retentionswasserhöhe (hRet) gleichgesetzt, sodass die Notentwässerung erst erfolgt, wenn die Retentionswasserhöhe überschritten wird. Die Retentionswasserhöhe wird überschritten, wenn es A. länger als die geplante Niederschlagsdauer regnet oder B. stärker als die geplante Regenspende für die Hauptentwässerung regnet.

Da die Wehrhöhe von der Retentionswasserhöhe abhängig ist und bei jeder Entwässerung variieren kann, ist eine Notentwässerung mit höhenvariablem Wehr zu empfehlen.

hWehr = hRet = 50mm

Schritt 15: Berechnung des Überstaus für die Notentwässerung (hÜberstau).

Der verfügbare Überstau für die Notentwässerung (hÜberstau) ist der Überstau, der über dem Wehr für den Betrieb der Notentwässerung zur Verfügung steht. Der verfügbare Überstau ergibt sich aus der Differenz von maximal zulässiger Wasserhöhe (hMax) und Wehrhöhe (hWehr).

hÜberstau = hMax - hWehr = 35mm

Schritt 16: Notwendigen Abfluss für die Notentwässerung berechnen.

Der geforderte Abfluss für die Notentwässerung (QNot) berechnet sich aus der Differenz von der gesamten Regenspende (QrHaupt + QrNot) abzüglich des Retentionsabflusses für die Hauptentwässerung (QRet).

Oft wird auch die Sicherheitsannahme getroffen, dass der Abfluss für die Notentwässerung (QNot) gleich der gesamten Regenspende (QrHaupt + QrNot) sein muss, ohne den Retentionsabfluss abzuziehen, wenn man annimmt, dass der Retentionsabfluss gleich 0 sein kann.

QNot = (QrHaupt + QrNot) - QRet = 5 l/s

Schritt 17: Die Auswahl der LORO-X VARIOFIT Strömungshilfe mit höhenvariablem Wehr.

Die Notentwässerung mit höhenvariablem Wehr erfolgt über die Abflussleistung gemäß LX-Datenblatt bei dem berechneten Überstau (hÜberstau) und der Bauform der gewünschten Serie:

Für Attika RAINSTAR Serie 79, 88, 89 in DN50, DN70 und DN100 VARIOFIT-Notentwässerungseinheit 14730.000X (D) = 125mm

Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN70 VARIOFIT-Notentwässerungseinheit 14710.070X (D) = 125mm

Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN100 VARIOFIT-Notentwässerungseinheit 14710.100X (D) = 150mm

Für Flachdach DRAINLET Serie 84 in DN125 VARIOFIT-Notentwässerungseinheit 14710.125X (D) = 150mm